Münchner U-Bahn-Blog

22. Mai 2014

C2-Zug 702 kommt für 701

Autor: Frederik Buchleitner — Abgelegt unter: Fahrzeuge — 13:16

Neben den acht neuen Avenio-Trambahnen befinden sich auch die neuen U-Bahnen vom Typ C2 im Zulassungsverfahren. Nachdem der erstgelieferte Wagen 701 Probefahrten im U-Bahnnetz absolvierte, wurde er am vergangenen Montag zum Siemens-Prüfcenter Wegberg-Wildenrath überführt.

139 555 von Lokomotion rangiert den C2-Zug 701 durch den Freimanner Güterbahnhof

139 555 von Lokomotion rangiert den C2-Zug 701 kurz nach der Übergabe vom U-Bahn-Anschlussgleis durch den Freimanner Güterbahnhof (Bild: Frederik Buchleitner)

Jedoch nahm zeitgleich bereits der nächste C2-Zug Kurs auf München: Wagen 702 wurde per Bahn im Tausch für Wagen 701 vom Siemens Testgelände im nordrhein-westfälischen Wegberg-Wildenrath nach München überführt und wird in den kommenden Wochen in der Technischen Basis in Fröttmaning in Betrieb gesetzt. (more…)

16. Februar 2014

C2-Zug wird am 21. Februar präsentiert

Autor: Florian Schütz — Abgelegt unter: Fahrzeuge — 20:30

Die neue Zug-Generation vom Typ C2 sollte ursprünglich schon Ende 2013 in Betrieb gehen, doch seit einigen Wochen befindet sich nun das erste Exemplar in München und dreht bisher vornehmlich auf dem Gelände der Technischen Basis in Fröttmaning seine Runden. Am Freitag, 21. Februar 2014 wird die MVG nun den ersten Zug der Öffentlichkeit präsentieren. Im U-Bahnhof Georg-Brauchle-Ring können interessierte Fahrgäste von 12 bis 14 Uhr einen ersten Blick aus der Nähe auf den Zug werfen.

Fotomontage des geplanten C2-ZugesFotomontage des
neuen Zuges
Bild: SWM/MVG
Insgesamt werden 21 Einheiten vom Typ C2.11 vom Hersteller Siemens beschafft, die sich äußerlich in der Frontpartie und geänderte Türschließanzeigen in Form von roten Lichtleisten außen an den Türen sowie im Inneren durch eine veränderte Sitzaufteilung sowie ein anderes Lichtkonzept auf Grundlage von LED-Leuchtmitteln von den bisherigen 18 Einheiten vom Typ C1.9 und C1.10 unterscheiden.

Bis 2015 soll die Auslieferung dieser 21 6-Wagen-Züge abgeschlossen sein. Anschließend bestehen zwei Option auf jeweils 23 Einheiten, die bis zum Jahr 2016 bzw. 2020 eingelöst werden können.

C-Zug 701 bei einer der ersten Fahrten im Betriebshof FröttmaningC2-Zug 701 bei
einer Probefahrt
Die neuen Züge sollen erstmals eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h erreichen können, auch wenn derzeit noch unklar ist, wo diese Höchstgeschwindigkeit im derzeitigen Netz ausgefahren werden kann, da alle Strecken nur für 80 km/h zugelassen sind.

Am 20. Januar 2014 erreichte der erste Zug den Betriebshof der MVG in Fröttmaning. Bisher ist noch unklar, bis wann die neue Zuggeneration eine Zulassung durch die Regierung von Oberbayern erhält und im Fahrgastbetrieb eingesetzt werden kann.

11. Februar 2014

Projekt U9: Entlastungsspange für die Innenstadt

Autor: Florian Schütz — Abgelegt unter: Betrieb,Netz,U-Bahnhöfe — 21:19

Bereits seit einigen Jahren wird seitens der MVG eine weitere Innenstadtstrecke zur Entlastung der heutigen Strecken von U1/U2 und U3/U6 unter dem Arbeitstitel “U9″ geplant. Am heutigen 11. Februar stellten die Stadtwerke München / Münchner Verkehrsgesellschaft eine Machbarkeitsstudie vor, die diese “U9-Spange” genauer untersucht hat.

Die Studie von SWM/MVG und den Münchner Ingenieurbüros SSF Ingenieure und Vössing sowie der INTRAPLAN Consult GmbH bescheinigt der neuen Strecke von Sendling nach Schwabing eine positive Fahrgastprognose. Die U9-Trasse könnte langfristig die Leistungsfähigkeit der Münchner U-Bahn sichern, die vor allem in den letzten Jahren auf den Innenstadtabschnitten regelmäßig an ihre Grenzen stößt – in den Jahren 2007 bis 2012 alleine um 12,5 Prozent.

Die bisher geplanten Taktverkürzungen auf U1/U2 und U3/U6 werden in den nächsten Jahren mit einem 2-Minuten-Takt auf den Kernabschnitten ihr Maximum erreicht haben. Dichtere Takte würde die Zugsicherung zwar erlauben, angesichts der hohen Fahrgastzahlen an den wichtigen Knotenbahnhöfen sind dichtere Takte aber nicht realistisch.

Die neue Trasse der U9 würde die Kernabschnitte zwischen Scheidplatz-Hauptbahnhof-Sendlinger Tor und Münchner Freiheit-Marienplatz-Implerstraße soweit entlasten, das hier auch langfristig ein zuverlässiger Takt gefahren werden kann.

Die vorgestellte Studie untersuchte unterschiedliche Linienführungen im Korridor zwischen Implerstraße und Münchner Freiheit und hat dabei der folgenden Variante den Vorzug gegeben in Bezug auf Umsetzbarkeit und positive Entlastungseffekte im Altnetz:

U9-Spange – Vorzugsvariante (mit möglicher Verknüpfung zur U2 Nord)

Trassenverlauf

Südlicher Beginn der Strecke bleibt der Bahnhof Implerstraße. Von dort führt die Trasse in Richtung Theresienwiese, wo ein eigener Bahnhof unter dem Bavariapark oder ein 4-gleisiger Ausbau des bestehenden Bahnhofs zur Debatte stehen. Den Hauptbahnhof würde die U9 im Bereich der Haupthalle in Nord-Süd-Richtung queren und dabei unter Umständen als Zusatznutzen direkte Verbindungen zu den Bahnsteigen und den Flügelbahnhöfen herstellen. Im weiteren Verlauf ist ein Bahnhof im Bereich der Pinakotheken angedacht, der in der Maxvorstadt die Tramlinien 27 und 28 entlasten wird. Eine Einfädelung in die Bestandsstrecke ist dann an der Giselastraße angedacht statt wie ursprünglich angedacht an der Münchner Freiheit. Der Abschnitt zwischen Giselastraße und Münchner Freiheit würde viergleisig ausgebaut, ebenso wie der Bahnhof Giselastraße selbst.

Denkbar wären entweder eine komplette Entmischung der U3 und U6 in deren Stammstreckenbereich z.B. durch eine Führung der gesamten U6 über die neue Trasse und eine alleinige Führung der U3 über die Bestandsstrecke. Ebenso denkbar ist eine Linienverflechtung zwischen Linien unterschiedlicher Äste (mögliche Linienbeispiele siehe unten). Möglich wird damit auch eine Direktverbindung Stadion-Hauptbahnhof.

Als Option in diesen Planungen ist zudem eine Verbindungsspange von der U9 zwischen Hauptbahnhof und Pinakotheken hin zur Trasse der U2 im Bereich Theresienstraße angedacht. Diese Spange könnte nochmals ganz neue Verbindungen ermöglichen, da dann z.B. Verstärkerlinien von Milbertshofen über Hauptbahnhof zum Harras denkbar wären.

Planungsdetails im Überblick

Zusammengefasst eröffnet die mögliche neue U-Bahnstrecke folgende Verbesserungen:

  • Entlastung der meist belasteten Abschnitte und Bahnhöfe des U-Bahn-Bestandsnetzes durch deutliche Kapazitätssteigerung im Nord-Süd-Verkehr
  • Attraktivitätssteigerung durch neue Direktfahrmöglichkeiten und erhebliche Fahrzeitgewinne
  • Bei Realisierung der Verbindung U9/U2 zusätzliche Möglichkeiten zur Verdichtung der U2 Nord sowie der U1 Nord
  • Neue Liniennetzverknüpfungen, zum Beispiel:
  • Entzerrung des Fußballverkehrs durch zusätzliche, umsteigefreie Verbindung Hauptbahnhof – Fröttmaning
  • Kapazitätssteigerung für Bedienung des Oktoberfestes
  • Massive Steigerung der Netzflexibilität (z.B. bei Störungen und Baustellen)
  • Völlig neue Optionen für Erschließung im Bereich Hauptbahnhof und Verknüpfung mit Regional- und Fernverkehr durch zusätzlichen U-Bahnhof Hauptbahnhof unterhalb des DB-Gleisfeldes.

Erste Prognosen ergaben für die neue Spange rund 50.000 Fahrgäste täglich im Abschnitt Hauptbahnhof – Giselastraße, die nach einer Langfristprognose bis ca. 2050 auf gut 100.000 Fahrgäste anwachsen könnten. Das entspräche etwa dem heutigen Verkehrsaufkommen z.B. auf den Abschnitten Max-Weber-Platz – Ostbahnhof (U5), Stiglmaierplatz – Hauptbahnhof (U1/U7) oder beispielsweise auch der Prognose für die 2. S-Bahn-Stammstrecke im Teilabschnitt Marienhof – Ostbahnhof.

Beispiel für mögliches U-Bahn-Liniennetz 202x (mit U9-Spange) Beispiel für mögliches U-Bahn-Liniennetz 202x (mit U9-Spange)

SWM und MVG schlagen der Stadt vor, dieses Projekt auf Basis der vorliegenden Machbarkeitsstudie voranzutreiben und die Planung weiter zu vertiefen. Notwendig sind nun als nächstes unter anderem detaillierte Untersuchungen zur Ausgestaltung der neuen Bahnhöfe. Das Betriebskonzept soll weiter verfeinert und noch genauer auf seine Auswirkungen hin überprüft werden. Wesentliche Grundlage für alle weiteren Planungsschritte ist zudem die Fortschreibung der Strukturdaten als Bewertungsgrundlage – etwa für die zwingend erforderliche Nutzen-Kosten-Rechnung. Zudem sind die baulichen Abhängigkeiten etwa zum geplanten neuen DB-Empfangsgebäude am Hauptbahnhof sowie zur 2. S-Bahn-Stammstrecke mit allen Beteiligten, nicht zuletzt auch dem Freistaat Bayern und der DB AG, zu klären. Erst danach können genauere Aussagen zu den Kosten getroffen werden.

Klar dürfte sein, dass während der Bauzeit an den Verknüpfungspunkten zum Bestandsnetz größere Behinderungen zu erwarten sind bis hin zu längeren Stilllegungen der betroffenen Abschnitte von U2, U3 und U6. So müsste wohl auch der Tunnel unter der Leopoldstraße erweitert werden – was nur mit größeren Sperrungen möglich sein dürfte.

Quelle:

MVG Pressemitteilung vom 11. Februar 2014: Projekt U9-Spange

31. Januar 2014

C2-Zug auf erster Testfahrt

Autor: Frederik Buchleitner — Abgelegt unter: Fahrzeuge — 22:11

Neben den neuen Avenio-Trambahnen von Siemens befinden sich bei den SWM/MVG auch neue U-Bahnen vom selben Hersteller in Auslieferung und Inbetriebsetzung. Die neuen U-Bahn-Gliederzüge vom Typ C2.11 sind eine Weiterentwicklung der ab 2000 gelieferten Typen C1.9 / C1.10 und basieren technisch auf dem ‚Inspiro‘ von Siemens. Von den 21 bestellten Fahrzeugen wurde der erste Zug mit der Nummer 701 nach ausgiebigen Testfahrten im Siemens Testcenter Wegberg-Wildenrath vor zehn Tagen per Bahn in die Technische Basis in Fröttmaning überstellt. Am heutigen Freitag konnten erste Testfahrten im Betriebshofgelände beobachtet werden.

C2-Zug 701 in Fröttmaning

Auf dem Bremsgleis der Technischen Basis in Fröttmaning proben die Siemens-Techniker zahlreiche Betriebssituationen mit dem neuen Gliederzug (Bild: Frederik Buchleitner)

Eigentlich sollten auch die neuen C2-Züge zum Fahrplanwechsel den Dienst aufnehmen, doch ähnlich wie bei der Trambahn kam es zu Verzögerungen, sodass bisher noch kein Termin bekannt wurde, an welchem die ersten Fahrzeuge den Fahrgästen übergeben werden.

C2-Zug 701 in Fröttmaning

Auf der Fahrt über das Bremsgleis passiert der Zug die Werkstatthallen (Bild: Frederik Buchleitner)

C2-Zug 701 in Fröttmaning

Und wenig später den U-Bahnhof Fröttmaning (Bild: Frederik Buchleitner)

21. November 2013

Münchner Fenster: Die Fahrgäste sehen fern

Autor: Frederik Buchleitner — Abgelegt unter: Betrieb,Fahrzeuge,Technik — 23:01

Bereits 2010 stellte die MVG die ersten Fahrgastinfo-Monitore in Zügen der U-Bahn-Baureihe A vor. Dass bis zum Fahrgasteinsatz drei Jahre vergingen, lag an langwierigen Ausschreibungs- und Genehmigungsverfahren; schließlich musste nachgewiesen werden, dass die neue Technik sich nicht auf die bisherige Fahrzeug- und Streckentechnik auswirkt oder sie beeinflusst.

Das neue „Münchner Fenster“ im A-Wagen 6340/7340 auf den ersten Runden im Fahrgastbetrieb

Das neue „Münchner Fenster“ im A-Wagen 6340/7340 auf den ersten Runden im Fahrgastbetrieb

Doch ab dem heutigen Donnerstag kann das „Münchner Fenster” endlich loslegen. Nachdem am Morgen vor der Presse die neuen Informationsmonitore der U-Bahnen feierlich enthüllt wurden, ging heute gegen 19 Uhr der erste U-Bahn-Zug vom Typ A mit aktiviertem „U-Bahn-Fernsehen“ in den Fahrgasteinsatz auf die U6. (more…)

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