» U-Bahnhof Nordfriedhof (U6)
Der Bahnhof Nordfriedhof liegt in Nord-Süd-Richtung unter der Ungererstraße und hat als einziger Bahnhof auf der 1971 eröffneten U6 Seitenbahnsteige, seit 1995 teilt er sich diesen Titel mit Garching-Hochbrück. Sein nördlicher Zugang grenzt unmittelbar and en namensgebenden Friedhof an.
Am 1. Februar 1965 wurde hier der erste Stahlträger des Münchner U-Bahn-Baus vom damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Alfons Goppel und Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel in den Boden gerammt, der dort noch heute besichtigt werden kann. Der Ort des Baubeginns bedeutet eine gewisse Anlehnung an den Ingenieur August Ungerer, der 1886 die erste elektrische Straßenbahn Münchens zwischen der Münchner Freiheit und dem Ungererbad in Betrieb nahm.1 Über dem U-Bahnhof quert der zeitgleich kreuzungsfrei tiefergelegte Mittlere Ring.
Gestalterisch war der Bahnhof der Prototyp für die Münchner U-Bahn, da seine Gestaltung als Muster für die anderen Bahnhöfe ausgeschrieben wurde. Der siegreiche Entwurf von Professor Paolo Nestler zeichnet sich durch klare Linien aus. Wandpaneele in Grautönen, dunkle Böden und quer zur Fahrtrichtung angeordnete Leuchtstoffröhren, denen durch herabhängende Querschürzen die Blendwirkung genommen werden soll, zeichnen den Bahnhof aus. Ein durchgehendes Linienband an den Wänden in der Linienfarbe der U6 gliedert den Bahnsteigbereich in vertikaler Richtung. Die orangen Wandpaneele erhielt der Bahnhof erst in jüngerer Zeit, zur Eröffnung waren alle Paneele grau. Die Stützen in Bahnsteigmitte sowie die tragenden Elemente des Fußgängersteges sind in gelb/ocker gehalten.
Im Rahmen des Aufzugsnachrüstungsprogramms erhielt der Bahnhof zwei Aufzüge: an Gleis 2 führt der Aufzug direkt vom Bahnsteig zur Oberfläche auf der Westseite der Ungererstraße, an Gleis 1 führt der Aufzug nur bis unter die Decke der Bahnsteighalle, von wo ein Fußgängersteg zum Aufzug von Gleis 2 führt, über den man dann die Oberfläche erreicht. Zusätzlich führt an Gleis 1 auch eine Treppe zum Fußgängersteg hinauf.
Der Planungsname dieses Bahnhofs war "Schenkendorfstraße", ursprünglich sollte der Bahnhof Alte Heide den Namen "Nordfriedhof" tragen.
Weitere Bilder
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- ↑ Zimniok (1980), S. 33



