Münchner U-Bahn-Blog

11. Oktober 2010

Auslegung Planunterlagen Martinsried

Filed under: U-Bahnhöfe — @ 21:41

In zwei Monaten endet der seit 1965 bisher ununterbrochene U-Bahn-Ausbau in München mit der Eröffnung der Strecke nach Moosach vorerst – doch das nächste Projekt schreitet bereits voran: Noch bis Dienstag, 19.10. können die Planfeststellungsunterlagen für die Verlängerung der U6 nach Martinsried öffentlich eingesehen werden.

Die Auslegung ist Montag bis Donnerstag, 9 bis 18 Uhr sowie Freitag von 9 bis 14 Uhr im Auslegungsraum in der Blumenstraße 28b zugänglich.

Bei diesem Bauprojekt wird die Linie U6 nun auch am Südende das Gebiet der Stadt München verlassen. Bauträger ist daher auch die Gemeinde Planegg, die mit der Planung und Baudurchführung allerdings das Baureferat der Stadt München beauftragt hat. Grund für die Verlängerung ist die Ansiedlung von naturwissenschaftlichen und medizinischen Forschung- und Lehreinrichtungen der Ludwigs-Maximilians-Universität in einem Campus, wodurch hier mit großen Fahrgastzahlen gerechnet wird, für die eine Buserschließung nicht mehr ausreichend ist. Die Reisezeit vom Marienplatz nach Martinsried soll sich durch den Neubau je nach Takt von 29 Minuten auf 21 bzw. 23,5 Minuten reduzieren.

Vorgeschichte

Bereits im Jahr 1998 wurden die Planungen zu der U6-Verlängerung gestartet, und eine Standardisierte Bewertung in Auftrag gegeben, die einen für die Förderung nötigen Nutzen-Kosten-Faktor von deutlich über 1 bestätigte. Im April 2006 hat die Gemeinde Planegg das Münchner Baureferat beauftragt, die Planungen zu aktualisieren. Da zwischenzeitlich entschieden wurde, das biotechnologische Zentrum bis zum Jahr 2014 fertigzustellen, hat der Gemeinderat von Planegg am 2.4.2009 beschlossen, die Maßnahmensträgerschaft zu übernehmen. Am 20.7.2009 hat außerdem der Kreistag des Landkreises München beschlossen, 2/3 des kommunalen Anteils der Baukosten zu übernehmen. Am 26.2.2010 wurde durch die Regierung von Oberbayern die Streckengenehmigung erteilt. Die Finanzierung des Projektes soll durch Mittel der Gemeinde Planegg, des Landkreises München, des Freistaates Bayern und der Bundesrepublik Deutschland sowie durch Sondermittel des Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst erfolgen

Zeitplan

Der Bauzeitplan sieht einen Baubeginn bereits im Jahr 2011 vor. Die Fertigstellung der Rohbauarbeiten ist für 2013 geplant, die Inbetriebnahme wird für 2014 angestrebt. Auf Grund der einfachen Baubedingungen – die Strecke hat wenig direkte Anwohner, außerdem sind keine Grundwasserabsenkungen nötig – dürfte dieser auf den ersten Blick sehr ehrgeizig wirkende Zeitplan durchaus realistisch sein.

Streckenverlauf

Gleisplan MartinsriedGleisplanDer Bauabschnitt hat eine Länge von nur 992m, außerdem wird nur ein neuer U-Bahnhof errichtet. An die bestehende dreigleisige Abstellanlage westlich des Bahnhofs Klinikum Großhadern schließt sich ein neuer dreigleisiger Streckentunnel an. Auf diese Art wird das mittlere Abstellgleis auf die Länge von drei Langzügen verlängert, so dass die bisherige Abstellkapazität erhalten bleibt. Das neue Abstellgleis wird auch am westlichen Ende an beide Streckengleise angeschlossen, so dass auch die in Martinsried endenden Züge dieses direkt erreichen können. Anschließend folgt vor dem Bahnsteig noch ein doppelter Gleiswechsel, über den die wendenden Züge auf einen der beiden freien Bahnsteige wechseln können. Westlich des Bahnsteiges wird das Gleis noch um einen regulär nicht befahrenen sogenannten Durchrutschweg verlängert, auf eine Wende- und Abstellanlage wird allerdings analog zu Garching Forschungsgelände verzichtet.

Die Strecke befindet sich durchgängig in einfacher Tiefenlage, der Bahnsteig wird sich daher nur etwa sechs Meter unter dem Gelände befinden.

Eine – durch die geringe Bebauung grundsätzlich mögliche – oberirdische Führung der Trasse wurde verworfen, da eine Verlängerung des Abstellgleises mittig zwischen den beiden Streckengleisen dabei nicht möglich gewesen wäre, und damit eine kostspielige Abstellanlage westlich des Bahnhofes hätte errichtet werden müssen, wodurch sich die finanziellen Vorteile wieder deutlich reduziert hätten. Außerdem hätten Lösungen für die Querung der Trasse durch durch Passanten sowie Tiere gefunden werden müssen, und die Zufahrt zu verschiedenen Grundstücken wäre beeinträchtigt worden.


U-Bahn Martinsried auf einer größeren Karte anzeigen

  • Blau: Bestehende Abstellanlage
  • Rot: Neubaustrecke
  • Gelb: Bahnsteig und Bahnsteigzugänge
  • Grün: Sparten

Der Bahnhof

Die Bahnhof Martinsried befindet sich 1183m vom Bahnhof Klinikum Großhadern entfernt. Aufgrund der geringen Tiefenlage schließen sich an den 120m langen, 7,50m breiten und geraden Bahnsteig auf beiden Seiten auf selber Ebene die Sperrengeschoße an. Am östlichen Bahnsteigende wird dabei eine Treppenanlage mit Wechselrolltreppe errichtet, am westlichen Bahnhofsende eine 135m lange, behindertengerechte Rampe den Bahnhof zugänglich machen. Außerdem wird in Bahnhofsmitte eine weitere Festtreppe und am östlichen Bahnsteigende ein Aufzug installiert.

Bauablauf

Die Strecke zwischen den beiden Bahnhöfen wird in Deckelbauweise errichtet, das heißt es werden zuerst die Wände mit großen Bohrmaschinen in Bohrpfahltechnik gebaut. Anschließend wird die Decke betoniert, danach kann unter dem fertigen Deckel die Erde ausgehoben werden. Als letztes wird dann der Boden der Baugrube betoniert. Der Bahnhof selber wird in offener Baugrube erstellt. Aufgrund der großzügigen Platzverhältnisse wird dabei zuerst eine Baugrube ohne Abstützungen ausgehoben, so dass auf beiden Seiten relativ breite Böschungen entstehen. In diese Baugrube wird dann der Bahnhof gebaut, anschließend kann die Grube wieder zugeschüttet werden
Die Bauwerke liegen dabei auf ganzer Länge entweder über oder nur geringfügig im Grundwasser, daher kann auf Düker verzichtet werden. Nur für eine kreuzende Abwasserleitung muss eine Pumpstation errichtet werden, um das Abwasser über den Tunnel pumpen zu können.
Zum Schutz der umliegenden Bebauung vor Erschütterungen durch die Züge wird die Strecke teilweise über ein Masse-Feder-System, teilweise über Unterschottermatten gefedert.

Technische Einrichtungen

Der Bahnhof Martinsried wird neben den üblichen Einrichtungen wie Niederspannungsverteilung und Pumpanlagen mit einem Gleichrichterwerk am westlichen Ende des Bahnhofes ausgestattet, das die Stromschiene mit Fahrstrom versorgen wird. Als Brandschutz sind über dem Bahnsteig Entrauchungsöffnungen angeordnet, die gleichzeitig auch den Bahnhof mit Tageslicht versorgen.

23. September 2010

Taktverdichtungen im U-Bahnnetz bis 2020 geplant

Filed under: Über muenchnerubahn.de — Florian Schütz @ 19:58

Wie die Münchner Verkehrsgesellschaft in einem Pressegespräch am 23. September bekannt gab, sind im U-Bahn, Tram und Busbereich in den kommenden Jahren zahlreiche Angebotsverdichtungen und -veränderungen geplant.

A-Wagen 335 am HauptbahnhofU-Bahn, Tram und Bus stehen bei ihren Fahrgästen hoch im Kurs. Die Zufriedenheit der Kunden hat in der Vergangenheit kontinuierlich zugenommen. Die MVG bietet seit mehreren Jahren die am besten bewertete kommunale Dienstleistung in München. Und selbst der ADAC kürte das Münchner Nahverkehrsangebot jüngst zum europaweiten Testsieger. Gleichzeitig äußert sich die große Zufriedenheit der Münchner mit ihrem kommunalen Verkehrsunternehmen in stetig steigenden Fahrgastzahlen.

Seit 2004 hat das Kundenaufkommen um ca. 13 Prozent zugelegt; das entspricht 58 Millionen zusätzlichen Fahrgästen in nur sechs Jahren. Inzwischen befördern Busse und Bahnen der MVG rund 500 Millionen Menschen pro Jahr. Immer mehr steigen vom Auto auf die Öffentlichen um, und dies besonders auf dem Weg zur Arbeit, also im Berufsverkehr. Vor rund fünf Jahren zählte die MVG etwa 32 Prozent Stammkunden (Nutzung an 4 bis 7 Tagen/Woche); heute sind es bereits 35 Prozent. Die entsprechende Autonutzung (als Fahrer) ging im selben Zeitraum von 37 auf 31 Prozent zurück. Nur 5 Prozent der Münchner fahren im Verlauf eines Jahres nie mit der MVG (Quelle: MVG-Mobilitätserhebung 2009).

U-Bahn: 2-Minuten-Takt bedingt möglich

Bei der U-Bahn liegt der Schwerpunkt der Angebotsoffensive auf Taktverdichtungen für die Linien U2 und U6. Ab 2014 soll hier – erstmals in der Münchner U-Bahn – abschnittsweise in der Spitzenzeit morgens ein 2-Minuten-Takt realisiert werden. Bereits ab 2012 ist eine neue Verstärkerlinie U7 (WestfriedhofNeuperlach Zentrum) zur Entlastung einzelner Abschnitte von U2 und U5 vorgesehen. Bereits Ende dieses Jahres wird die U3-Verlängerung nach Moosach in Betrieb genommen.

Fahrzeugbedarf: Zusätzliche Züge für U-Bahn und Tram

C-Zug 614 im bauma-EinsatzFür die Angebotsoffensive müssen SWM/MVG weitere neue U-Bahnzüge beschaffen. Zusätzlich zu den bisher als Ersatzbeschaffung vorgesehenen 84 Wagen (= 14 Züge vom Typ C2) werden hierfür im Jahr 2014 weitere 36 Wagen (+ 1 Reservezug = 7 C2-Züge) und 2017 weitere 24 bis 30 Wagen (= 4-5 C2-Züge) benötigt. Die für Oktober geplante Festbestellung von ursprünglich 14 Zügen muss daher um zunächst 7 Züge aufgestockt werden; die gleichzeitig geplante Option für die weiteren Bestellungen in den Folgejahren wird entsprechend erhöht.

Die Maßnahmen im Überblick

Stufe 1 – Fahrplan 2011 (ab Ende 2010)

U3: Verlängerung Olympia-EinkaufszentrumMoosacher St.-Martins-PlatzMoosach

Stufe 2 – Fahrplan 2012 (ab Ende 2011)

U7: Neue Verstärkerlinie WestfriedhofHauptbahnhofInnsbrucker RingNeuperlach Zentrum (Berufsverkehr morgens, Schultage) zur Entlastung der entsprechenden Streckenabschnitte von U1 (wie bisher), U2 und U5

Stufe 5 – 2014 (Termin abhängig von Fahrzeugverfügbarkeit)

U2: Zusätzliche Verstärkerzüge MilbertshofenHauptbahnhofKolumbusplatz (Berufsverkehr morgens, Schultage); dadurch 2-Minuten-Abstand Hbf – Kolumbusplatz und 2/4/4-Minuten-Abstand Milbertshofen – Hbf
U7: Weitere Angebotsverbesserung durch Einsatz von Lang- statt Vollzügen
O D E R (Entscheidung Priorität Anfang 2013)
U6: Zusätzliche Verstärkerzüge Münchner FreiheitMarienplatzHarras (Berufsverkehr morgens, Schultage); dadurch 2-Minuten-Abstand Münchner FreiheitImplerstraße

Stufe 7 – 2017/2018

U2 oder U6: Zusätzliche Verstärkerzüge im Berufsverkehr morgens (vice versa zu Stufe 5, Zeitpunkt abhängig von Fahrzeugverfügbarkeit)
U2 und/oder U6 (optional): Zusätzliche Verstärkerzüge (2-Minuten-Takt Kernnetz) auch im Berufsverkehr abends U7 (optional): Betrieb auch im Berufsverkehr abends

Weitere Ausbaustufen – Zeitpunkte offen

U9: City-Bypass ImplerstraßeHauptbahnhofMünchner Freiheit zur Entlastung der Nord-Süd-Strecken (mit Anpassung U2 und U3/U6)

Ergänzende Maßnahmen

Höheres Platzangebot durch neue U-Bahnzüge (Typ C2): ca. 950 statt bisher 912 (C1) bzw. 870 Plätze (A/B

Quelle:

MVG Pressemitteilung vom 23. September 2010: MVG-Angebotsoffensive 2010 – 2020: U-Bahn, Tram und Bus weiter auf Wachstumskurs

4. August 2010

Fraunhoferstraße und Hohenzollernplatz: Anstehende Bauarbeiten

Filed under: Über muenchnerubahn.de — Florian Schütz @ 15:01

Neben der Erneuerung der Rolltreppen an vielen Bahnhöfen inklusive der zeitweiligen Sperrung des Bahnhofs Fraunhoferstraße müssen demnächst auch die Säulenverkleidungen am Hohenzollernplatz erneuert werden.

Viele der Münchner U-Bahnhöfe sind mittlerweile angesichts ihres Alters von 30 Jahren und mehr sanierungsbedürftig. Am Marienplatz wurde im Zuge des Neubaus der beiden parallelen Bahnsteigtunnel der restliche Bahnhof einer Grundsanierung unterzogen, an der Münchner Freiheit wurde dabei auch die Gestaltung gründlich überholt. Die oberirdischen Bahnhöfe der U6 sowie der U5-Bahnhof Neuperlach Süd mussten aufgrund ihrer Lage in Wind und Wetter zudem erneuert werden.

Erneuerung der Rolltreppen im U-Bahnhof Fraunhoferstraße

FraunhoferstraßeIm Bahnhof Fraunhoferstraße werden vom 9. bis zum 22. August 2010 die die beiden südöstlich gelegenen Fahrtreppen erneuert, die Züge der U1 und U2 durchfahren den Bahnhof ohne Halt. Eine An- und Ablieferung der Großbauteile über die regulären Zugänge ist aus Platzgründen nicht möglich, sie müssen daher per Zug antransportiert und auf dem Bahnsteig zwischengelagert werden. Angesichts dieser Ausgangslage ist die Schließung des gesamten Bahnhofs aus Sicherheitsgründen unumgänglich. Zum einen reicht die auf dem Bahnsteig verbleibende freie Fläche nicht aus, um Fahrgäste ein- und aussteigen zu lassen. Zum anderen stehen durch die baustellenbedingte Sperrung des südöstlichen Zugangs nicht mehr ausreichend Flucht- und Rettungswege etwa im Fall eines Brandes zur Verfügung.

Fraunhoferstraße: zu tauschende FahrtreppeDie beiden betroffenen Rolltreppen können vom 2. August bis vsl. 10. September nicht genutzt werden. Sie sind länger gesperrt als der Bahnhof an sich, weil ein Teil der Arbeiten – etwa der Ausbau und Einbau von Treppenstufen – vor und nach der eigentlichen Demontage der Rolltreppen ohne großflächige Sperrungen erfolgen kann.
Voraussichtlich im Sommer 2011 werden die übrigen Rolltreppen ausgewechselt. Dafür wird erneut eine Sperrung notwendig sein. Eine gleichzeitige Erneuerung aller fünf Anlagen ist unter anderem aus Platzgründen nicht möglich.

Um das Gebiet um den U-Bahnhof Fraunhoferstraße während der Sperrung besser an das Nahverkehrsnetz anzuschließen, wird die Tramlinie 27 im Abschnitt Sendlinger Tor – St.-Martin-Platz zusätzlich verdichtet.

Bis Ende 2014 erneuern die Stadtwerke München (SWM) weitere 125 bis zu 35 Jahre alte Rolltreppen in 20 U-Bahnhöfen. Damit wird das Erneuerungsprogramm fortgesetzt, in dessen Rahmen von 2008 bis Ende 2009 bereits 111 Anlagen gegen neue ausgetauscht wurden. Die Gesamtinvestitionen betragen rund 27,5 Millionen Euro. Bis Ende des laufenden Jahres werden nach jetzigem Planungsstand – neben der U-Bahnstation Fraunhoferstraße – folgende Bahnhöfe teilweise mit neuen Treppen ausgestattet: Giesing (Bahnhof), Hohenzollernplatz, Ostbahnhof, Silberhornstraße, Hauptbahnhof, Maillingerstraße und Therese-Giehse-Allee. Von 2011 bis Ende 2014 stehen pro Jahr rund 25 Erneuerungen in folgenden Stationen an: Fraunhoferstraße, Giesing (Bahnhof), Hohenzollernplatz, Josephsplatz, Königsplatz, Kolumbusplatz, Karl-Preis-Platz, Maillingerstraße, Neuperlach Zentrum, Ostbahnhof, Rotkreuzplatz, Silberhornstraße, Stiglmaierplatz, Scheidplatz, Sendlinger Tor, Theresienstraße und Untersbergstraße.

Die Münchner Verkehrsgesellschaft als Betreiber der Münchner U-Bahn zählt zu den größten Rolltreppenbetreibern Deutschlands. Im U-Bahn-Netz gibt es 761 Anlagen mit mehr als 60.000 Stufen. Bis zu 6.500 Fahrgäste sind pro Stunde auf einer Rolltreppe unterwegs. Eine Stufe fährt in ihrem Leben – je nach Anlage – fast bis zum Mond (350.000 km). Die längste Rolltreppe befindet sich im U-Bahnhof Karlsplatz (Stachus) (Ausgang zum Lenbachplatz): Sie hat 247 Stufen und ist knapp 57 Meter lang. Jeder U-Bahnhof verfügt zudem über mindestens einen Aufzug ab Bahnsteigebene. Insgesamt existieren zurzeit 169 Anlagen. Aktuelle Informationen über den Betriebszustand von Rolltreppen und Aufzügen finden sich unter: www.mvg-zoom.de.

Erneuerung der Säulenverkleidung am U-Bahnhof Hohenzollernplatz

HohenzollernplatzDie Säulen in Bahnsteigmitte am Hohenzollernplatz werden in den kommenden Wochen von ihrer Keramikverkleidung befreit. Viele der Fliesen sind bereits lose und drohen sich zu lösen, daher hat sich die MVG zu einer vollständigen Ersetzung der Verkleidung entschlossen, ähnlich wie es in den Bahnhöfen Maillingerstraße und Stiglmaierplatz bereits vorgenommen worde. Mitte 2008 wurden dort die Verkleidung an den Säulen entfernt. Die Säulen waren anschließend in nackter Betonoptik zu sehen, ehe ab Oktober 2009 weiße Verblendungen angebracht wurden.

29. Mai 2010

Party-U-Bahn Reloaded

Filed under: anderes — Florian Schütz @ 00:21

Im November 2007 habe ich ja schon einmal davon berichtet, wie es ist, wenn man in der U-Bahn hemmungslos angegafft wird. Am Pfingstwochenende war es nun wieder soweit – die Party-U-Bahn fuhr wieder!

Fahrt in der Party-U-Bahn: Take the A-TrainDieses Mal stand die Fahrt unter dem Motto “Take the A-Train”, was auf einen von Billy Strayhorn komponierter Jazzstandard anspielt. Dieser wiederum beschreibt musikalisch eine Fahrt der Linie A der New York City Subway, die von Brooklyn nach Manhattan und Harlem führt.

Ganz so weit führte uns die Fahrt nicht, aber sechs Stunden durch das U-Bahn-Netz sind auch ein ganz schönes Stück.

Fahrt in der Party-U-Bahn: der OrganisatorDer Vorstand der Münchner U-Bahn-Freunde feierte außerdem in diesem Zug seinen Geburtstag, weswegen ein Zugende mit “Einer von uns wird 40″ sowie einem “Happy Birthday”-Schriftzug beschildert war. So begann auch die Fahrt am Kieferngarten zunächst mit einem Geburtstagsständchen aller Anwesenden, anschließend ging es in dem leicht umgebauten A-Wagen 101 auf große Fahrt.

Auch der Wagen selbst feierte wenige Tage zuvor Anfang Mai übrigens seinen 40. Geburtstag – als erster der A-Wagen aus der Serienproduktion und als ältester noch in Betrieb befindlicher Wagen.

Fahrt in der Party-U-Bahn: die TanzflächeIm Innenraum gab es einige Überraschungen: so wurden zwei Sitzgruppen vorrübergehend ausgebaut, um im Clubwagen eine Tanzfläche zu schaffen, auf der zur Musikauswahl der drei DJs getanzt werden konnte.

Ebenso war die Beleuchtung dort nicht ganz auf dem normalen langweiligen Niveau, die Organisatoren haben sich hier einiges einfallen lassen, um die Atmosphäre mal ganz anders zu gestalten: nur Grundbeleuchtung aus den Leuchtstoffröhren, ansonsten Schwarzlicht, LED-Beleuchtung sowie Lichtschläuche an den Decken. Die über einen Umformer aus dem Bordnetz des Zuges versorgte Soundanlage sorgte für satten Beat die ganze Fahrt über im Südwagen 7101.

Fahrt in der Party-U-Bahn: der SpeisewagenAuch im Nordwagen 6101 gab es einige temporäre Anpassungen: da es sich um den Buffetwagen handelte, wurden zur besseren Erreichbarkeit desselben einige Trennscheiben am Wagenende entfernt, damit das Gedränge um das teils sehr originelle Kuchenbuffet nicht zu eng wurde.

Außerdem gab es ein absolutes Novum: Tischplätze! Sechs Vis-à-Vis-Sitzgruppen wurden kurzerhand zu einem Speisewagen umfunktioniert. Hier wurden eigens hierfür angefertigte Tische an den Halterungen der Mülleimer befestigt, hier konnte also ganz gemütlich Kaffee und Kuchen genossen werden.

Fahrt in der Party-U-Bahn: Durchfahrt am MarienplatzEntsprechend staunende Blicke ernteten daher auch die Aufenthalte in den Stationen: die Durchfahrten an den zentralen Innenstadtbahnhöfen mit sattem Musikprogramm und wummernden Bässen sorgten nicht nur einmal für erstaunte Blicke der wartenden Fahrgäste sowie des “normalen” Betriebspersonals. Teilweise wurden wir sogar als touristische Attraktion fotografiert: wie oft sieht man schließlich schon mal eine Party-U-Bahn. Bei den Pausen an den Wendebahnhöfen gab es daher auch immer wieder Fragen neugieriger Passanten zu beantworten, was uns allen sichtlich Spaß machte. Leider gibt es diese Fahrten viel zu selten, öffentlich sind sie zudem auch nicht. Das lassen die Versicherungsbestimmungen auch nicht so ohne weiteres zu.

Alles in allem war es auch dieses Mal eine sehr gelungene Fahrt, die knapp sechs Stunden im Zug vergingen wie im Flug. Vielen Dank auch an unsere Fahrer, beide Führerstände waren stets besetzt, um auch kurze Wendezeiten problemlos zu ermöglichen.
Für alle Interessierten hier die grobe Fahrtroute unseres Zuges:

Dem Fahrer über die Schulter geblicktKieferngartenMünchner FreiheitMarienplatzHarras (Wende) – Münchner FreiheitScheidplatzOlympia-Einkaufszentrum (Pause und Wende) – ScheidplatzHauptbahnhofInnsbrucker RingNeuperlach Zentrum (Wende) – Innsbrucker RingMax-Weber-PlatzLehel (Wende) – Max-Weber-PlatzArabellapark (Wende und Pause) – Max-Weber-PlatzHauptbahnhofSchwanthalerhöhe (Wende und Weiterfahrt über Betriebsgleis unter der Theresienwiese zur U3/U6) – Implerstraße (Wende) – MarienplatzMünchner FreiheitKieferngarten (Pause)- Garching-ForschungszentrumMünchner Freiheit (Wende) – ScheidplatzHarthof (Wende) – ScheidplatzMünchner FreiheitMarienplatzSendlinger Tor (Wende) – MarienplatzMünchner FreiheitKieferngarten

Wer das jetzt mit dem Finger auf dem Netzplan nachfahren möchte: viel Spaß, macht in Echt mehr Spaß :)

Am Ende möchte ich nochmals auf den Artikel zur letzten Fahrt hinweisen, einiges davon (insbesondere der Teil mit dem angegafft werden) trifft auch dieses Mal zu 100% zu:
» 18. November 2007: Wie man es schafft, in der U-Bahn hemmungslos angegafft zu werden

Weitere Impressionen

Fahrt in der Party-U-Bahn: warten auf die Weiterfahrt am Harthof Fahrt in der Party-U-Bahn: Wende am Arabellapark Fahrt in der Party-U-Bahn: warten auf die Weiterfahrt am OEZ Fahrt in der Party-U-Bahn: auch die Zugzielanzeiger wissen Bescheid

 

C-Zug 616 auf freier Strecke nördlich Studentenstadt Fahrt in der Party-U-Bahn: Take the A-Train Fahrt in der Party-U-Bahn: Blick in den Clubwagen Fahrt in der Party-U-Bahn: leckeres U-Bahn-Kuchen-Buffet

 

16. Mai 2010

ÖKT: 3 Millionen zusätzliche Fahrten im MVG-Netz

Filed under: Betrieb — Florian Schütz @ 19:48

Nach fünf Tagen Rekordeinsatz zum 2. Ökumenischen Kirchentag (ÖKT) zieht die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) eine positive Bilanz: U-Bahn, Bus und Tram haben das hohe Fahrgastaufkommen dank Angebotsverdichtung und Sonderschichten in allen Bereichen nahezu reibungslos bewältigt. Das städtische Verkehrsunternehmen zählte von Donnerstag bis Samstag täglich eine Dreiviertelmillion Fahrgäste zusätzlich. Einschließlich Mittwochabend und Sonntagvormittag dürften insgesamt rund 3 Millionen Fahrten mehr zusammenkommen. Von der Größenordnung her entspricht die Zahl der zusätzlich registrierten Fahrgäste damit dem zum Oktoberfest üblichen Kundenansturm, allerdings über nur fünf Tage verteilt; die Wiesn dauert bekanntlich mehr als zwei Wochen.

Besucherandrang beim 2. Ökumenischen Kirchentag an der Messestadt WestAndrang an der MesseDas zusätzliche Fahrgastaufkommen fiel insgesamt etwas höher aus als geplant. Die ÖKT-Teilnehmenden waren sehr mobil und wechselten häufig zwischen den Veranstaltungsorten. Ihr Mobilitätsverhalten unterschied sich damit deutlich von Besuchern anderer typischer Großevents: Messegäste und Fußballfans zum Beispiel haben ein festes Ziel vor Augen, brechen üblicherweise fast zeitgleich auf und treten nach Abschluss der Veranstaltung gemeinsam die Rückfahrt an. Die ÖKT-Besucher sorgten dagegen – wie erwartet – für ein „wellenartiges“ Fahrgastaufkommen über den ganzen Tag hinweg. Vor diesem Hintergrund hatte sich die MVG dafür entschieden, Bus und Tram sowie die U-Bahnlinie U2 während des ÖKT generell zu verstärken. Das Konzept ging auf: Das MVG-Angebot erwies sich an allen Tagen als bedarfsgerecht.

Größere Kapazitätsengpässe traten während des gesamten ÖKT nicht auf. Einzelne U-Bahnhöfe wie Theresienwiese mussten allenfalls für wenige Minuten geschlossen werden, um Überfüllungen zu vermeiden. Wie erwartet war besonders die U-Bahnlinie U2 zeitweise sehr stark ausgelastet. Wegen des verdichteten Angebots (2 bis 3 Züge pro 10 Minuten) kam es aber nur selten zu längeren Wartezeiten.

Die im MVG-Netz eingesetzten Mitarbeiter erhielten aus den Reihen der ÖKT-Teilnehmenden viel spontan geäußertes Lob für ihre Hilfsbereitschaft und den nahezu reibungslosen Betrieb. Und auch ÖKT-Geschäftsführer Martin Stauch zieht ein positives Fazit: „Alles ist wie am Schnürchen gelaufen: U-Bahn, Bus und Tram haben den großen Andrang sehr gut bewältigt.

 
 

Quelle:

MVG-Pressemitteilung vom 16. Mai 2010: ÖKT: 3 Millionen zusätzliche Fahrten im MVG-Netz

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